Pauli - 20.04.20 - Boxer Nothilfe Deutschland e.V.

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Pauli - 20.04.20

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20.04.2020




Von einem Tier Abschied zu nehmen, ist genauso schwer, wie von einem Menschen!

Am 16.04.2020, 9.30 Uhr, stand die Zeit still. Unser lieber Pauli, unser Männele, ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Es ist unfassbar für die ganze Familie, und obwohl wir ja wussten, dass die Zeit des Abschieds nicht mehr allzu weit ist, kam es doch dann wie eine Lawine und viel, viel zu schnell.

In der Woche zuvor hatte Pauli plötzlich keinen Appetit mehr. Bei ihm keinen Appetit, das ist ein Alarmzeichen. Also zum TA gefahren. Als erstes die Zähne angucken, denn er hatte einen unangenehmen Geruch im Maul und das hatten wir schon mal.

Pauli hatte schon immer nicht die besten Zähne, die mehrfach saniert werden mussten und er hatte auch schon einige verloren. Ein bisschen reagierte er auch beim Druck auf den einzig verbliebenen Eckzahn. Ansonsten konnte man nicht viel finden. Also bekam er Appetitanreger und einen Kontrolltermin mit der Option, ein Blutbild machen zu lassen, falls es sich nicht bessern sollte. Eine Zahn-OP wollten wir dem Opi nur zumuten, wenn alles andere als Ursache abgeklärt wäre. Schließlich war er schon ein ganzes Stück über die 13 Jahre hinaus und wir wollten nicht unbedingt eine Vollnarkose riskieren.

Paulis Appetit kam zurück und endlich war er wieder da, der Bettelhund. Fressen war einfach seine Leidenschaft. Aber da war noch der Geruch und wir dachten an Diabetis.

Merkwürdigerweise fraß Paulchen mit Appetit, aber er begann wacklig zu werden. Da er von Arthrose und Spondylose geplagt war, war das nicht verwunderlich für uns, aber wir waren schon froh, dass wir ganz schnell den Blutabnahmetermin hatten. Da könnte man nochmal über eine Verbesserung der Medikation bzgl. seiner Arthrose etc. sprechen.

Am Donnerstag machten wir uns also auf den Weg zum TA. Die Tierärztin untersuchte Paulchen noch einmal gründlich und er war wie immer ganz lieb dabei. Ihr gefiel der Herzschlag plötzlich nicht, was bei allen Untersuchungen vorher nie der Fall gewesen war und wir waren einigermaßen erstaunt. Beim Abtasten meinte sie dann, eine Verdickung zu tasten und schaute uns besorgt an: "Es könnte ein Milztumor sein. Ich rate eher zum Ultraschall als zur Blutuntersuchung." Ob wir das machen wollten. Natürlich wollten wir und zwar gleich.

Also ging sie, das Ultraschallgerät startklar zu machen und wir warteten draußen (Corona  macht auch Tierarztbesuche nicht unbedingt einfach). Plötzlich begann Paulchen mit dem Vorderbeinchen zu zittern und gleich darauf zitterte der ganze Hund. Ich bin in die Praxis gerast, um Hilfe zu holen, die auch sofort kam. Mein Mann und die TA schnappten den Pauli und innerhalb von gefühlten Sekunden bekam er Infusion und eine Ultraschalluntersuchung.

Was wir da zu sehen bekamen, war ein einziges Drama: ein großer Milztumor, der wohl gerade geplatzt war und einen Bauchraum voller Blut. Wir mussten in Minutenschnelle eine Entscheidung treffen, die wir so nicht geahnt hatten. Wir mussten unser Paulemännele gehen lassen. Es gab gar keine Wahl! Wir waren zur rechten Zeit am richtigen Ort und konnten ihm dadurch viel Leid ersparen. Das tröstet ein wenig, aber nicht genug, um nicht wahnsinnig traurig zu sein, diesen wundervollen Hund nach einer wundervollen Zeit so plötzlich verloren zu haben.

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Lieber Pauli, liebes Männele,

deine liebe Art, deine Verfressenheit, deine Anschmiegsamkeit, deine Verspieltheit, deine Freundlichkeit und deine manchmal merkwürdigen Anwandlungen fehlen uns so! Was hast du manchmal genervt, wenn du deinen geliebten Ball hinter der Couch versenkt hast und dann der Meinung warst, dass wir ihn doch jetzt bitte zu holen hätten. Gespannt wartend saßt du dann oben, um ihn gleich darauf wieder zu versenken. Boah, was für ein Stress!

Essen - ohne dich - war nicht möglich. Da warst du immer dabei und natürlich gab´s auch immer das letzte Stück vom Schnittchen. Erfolgreich verzogen, hab ich immer gesagt. Aber du warst dabei so brav und bescheiden...und glücklich.

Und dann deine merkwürdigen Marotten: Du konntest an manchen Dingen einfach nicht vorbei gehen... nicht an einer Schnur, nicht an einem Besen. Und du konntest nur von einer bestimmten Seite auf die Couch springen und auch nur da wieder runter. Aber wehe, da lag dann mal was drauf, vielleicht ein kleines Tuch o.ä. Das ging ja gar nicht! Da konnte man dann nicht hochspringen. Und in manche Räume konnte man nur hineingehen, aber nicht alleine wieder hinaus. Da musste dich dann jemand mit der Leine hinausführen.

Witzig war auch, dass du durch das Wohnzimmer auf die Terrasse und in den Garten gehen konntest. Aber du konntest einfach nicht auf diesem Weg wieder ins Haus zurück. Da mussten wir dann mit dir ums ganze Haus gehen, um mit dir durch die Haustür wieder ins Haus zu gelangen. Sowas hatte ich bis dahin noch nie erlebt! Du konntest nur einige bestimmte  Treppen steigen, andere überhaupt nicht. Du konntest nur über bestimmte Bodenbeläge laufen an bestimmten Stellen. Deshalb hatten wir im Haus  richtige Rennbahnen aus  Läufern angelegt. Sah komisch aus zum Teil, aber egal. Du warst es wert! Das alles hat dich einzigartig gemacht und was haben wir manchmal darüber gelacht.

Und dein Spielzeug hast du geliebt. Vor allem dein Mäxchen und wenn du dann nach Hause kommst, um bei deinen Vorgängern Carlo, Hella und Lucy in deinem Garten die letzte Ruhe zu finden, so wird er dich begleiten auf deinem Weg in den Hundehimmel.

Lieber Schatz, wir vermissen dich so!  Für uns warst du der Beste, der Schönste. Wir sind dir so dankbar für die wundervolle Zeit und die Freude, die du uns geschenkt hast!

Du wirst immer bei uns sein !
Die Zeit steht still !

In Liebe dein Papa, deine Mama, deine Oma und deine kleine Hundefreundin!

Familie Hoffmann



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