Kathi - 03.10.20 - Boxer Nothilfe Deutschland e.V.

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Kathi - 03.10.20

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03.10.2020

Kathi

15.03.2007 – 23.09.2020



Unsere kleine Maus ist 13,5 Jahre geworden. Trotz Physiotherapie hat die Kraft immer weiter nachgelassen und es hat nur noch kurze Spaziergänge gegeben. Und auch das war dann nicht mehr möglich da Kathis Beinchen öfters einfach weggesackt sind und Herrchen ihr helfen musste wieder aufzustehen. Und trotzdem ist sie tapfer mehrmals am Tag in den Garten, um ihr Pfützchen und ihr Häufchen zu machen. Sie hat wohl all ihre restlichen Kräfte mobilisiert um diese Runden noch zu machen. Und oft ist es ihr auch gelungen ohne hinzufallen. Selbst an ihrem letzten Tag war sie noch morgens im Garten. Aber als sie dann reinkam hat sie sich auf den Teppich gelegt und da ist sie geblieben, bis zu ihrem letzten Atemzug. Ich hab die ganze Zeit neben ihr gesessen und immer mal Wasser gebracht und sie hat sogar noch Kaustreifen gefressen, obwohl sie seit dem Vortag nichts mehr gefressen hatte. Da hatte ich ihr morgens noch die Tablettenteile in kleinen Dosenfutterhäppchen verpackt gegeben, aber mittags und abends wollte sie nichts mehr fressen. Sie hatte immer ihren Napf mit Begeisterung leer gefressen und es gab immer zwei Kaustreifen als Nachtisch. Der Tag fing mit einem kleinen Leberwurstbrot an und wenn sie wollte einigen Frolics und abends gab es nochmal ein kleines Wurstbrot und ein Händchen voll Trockenfutter, das sie je nach Appetit auch mal stehen ließ oder bevorzugt 5 Minuten bevor der Krimi im Fernsehen zu Ende war lautstark knackend gefressen hat.

Wir hatten das Gefühl, dass Kathis Lebenswille verloren ging. Auch in den letzten Stunden haben wir noch viel geschmust. Ich saß fast die ganze Zeit bei ihr. Die Ärztin kam mit der Physiotherapeutin, da Kathi sie ja sehr gut kannte und dadurch nur angenehme Erinnerungen hatte. Kathi war ganz ruhig, als sie die Narkosespritze bekam. Wir haben geschmust und dann fiel plötzlich der Kopf auf das Kissen, das wir ihr untergelegt hatten. Sie war ja ein Kissenfan. Überall hatte sie Kissen, auch im Auto. Es war einfach gemütlicher, wenn das Köpfchen auf einem weichen samtartigen Kissen lag.

Als das kleine Herzchen dann still stand, hat die Ärztin Kathi in ihr Körbchen gelegt und ihr Lieblingsspielzeug, mit dem sie vor acht Jahren zu uns kam, zwischen die Vorderbeinchen gepackt. Das werden wir ihr auch mitgeben, wenn wir ihre Asche beisetzen. So war Kathi noch bis zum Abend bei uns und wurde dann abgeholt für die Einäscherung. Bald kommt sie wieder und ist dann für immer zurück bei uns. Wir haben einen schönen Brauch: An Weihnachten wird ein Grablicht auf das Ruheplätzchen gestellt, um zu zeigen, dass unsere ehemaligen Familienmitglieder nicht vergessen sind.

Kathi hatte bei uns ein schönes Zuhause und zeigte uns auch immer, dass sie glücklich war. Wohliges Grunzen auf dem Rücken liegend, war eines dieser Zeichen. Und sie war der Schatten ihres Herrchens. Wenn er ins Arbeitszimmer ging, trottete sie hinterher und legte sich dort auf ihr Kissen. Wenn wir am Esstisch saßen, kam sie von ihrem Körbchen vor dem Kamin zu ihrem Körbchen neben dem Esstisch, damit sie wieder nah bei Herrchen war und ihn sehen konnte. Er war immer die wichtigste Bezugsperson. Kathi durfte auch überall mit hin. Sie war nie alleine. Und wenn sie im Körbchen Gesellschaft haben wollte, dann guckte sie mich unentwegt an. Sie wusste genau, dass Frauchen dann gleich mit ins Körbchen kommt und geschmust wird. Das habe ich auch immer gemacht, auch mitten in einem spannenden Krimi.

Kathi war eine Bereicherung unseres Lebens und wir haben uns all die Jahre bemüht, ihr Leben angenehm und glücklich zu machen. Ich glaube, das ist uns auch gelungen.

Wir wünschen, dass alle Notboxer so ein Zuhause finden und so geliebt werden, wie unsere Kathi. Der kleine Schatz fehlt unendlich. Es wird lange dauern, bis wir unser Leben - ohne Boxer - akzeptieren können. Aus Alters- und Vernunftgründen wird es keine Nachfolgerin für Kathi geben. Mein Mann ist 79 Jahre alt, ich bin 71 Jahre alt. Wir möchten nicht in die Lage kommen, dass wir ein geliebtes Notboxerle nicht mehr versorgen können. Das würde unser Herz brechen.

Die Erinnerungen an unser Schmusebäckchen kann uns keiner nehmen. Das ist ein kleiner Trost.


Traurige Grüße von Monika und Hans-Wilhelm Wolf

(PS: Das zweitletzte Foto wurde 6 Tage vor ihrem Abschied aufgenommen. Auf dem letzten Foto ist ihre Grabstätte in unserem Garten zu sehen. )




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