Motte - 28.10.19 - Boxer Nothilfe Deutschland e.V.

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Motte - 28.10.19

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28.10.2019
 
Motte


Am 17.Oktober ist unsere liebe Motte (ehemalig Robin) über die Regenbogenbrücke gegangen.

Wir sind unendlich traurig und jeder Hundefreund weiß, wie es uns jetzt geht. In unserem Fall ist es besonders traurig, da Motte mit uns schon viel durchmachen musste.

Wir haben vor 5 Jahren meinen Mann ganz plötzlich über Nacht verloren und Motte hat eine Position in der noch verbleibende Familie eingenommen, die sehr wichtig war. Sie war der Beschützer, hat jedem klar gemacht, dass keiner uns zu Nahe kommen braucht. Für unseren damaligen 10-jährigen Sohn sehr wichtig. Auch später, wie mein Vater Parkinson und Demenz bekam, hat Motte immer auf ihn geachtet. Wenn Frauchen arbeiten war und "Opa" sich kümmern müsste, hat sie immer geschaut, wo er ist, ob alles gut ist und beim Mittagsschlaf lag sie vor seinem Bett und achtete auf ihn. Ein ganz besonderer Hund, sehr sensibel und wir warteten eigentlich nur noch darauf, dass sie anfängt zu sprechen und eine Antwort gibt... ein Boxer halt!

Motte hatte letzte Woche Donnerstag auf einmal einen dicken Bauch. Wir waren Freitag zum Tierarzt, der uns zur Klinik verwies. Sie war immer noch gut drauf und wir warteten auf den Termin am Montag, es schien da auch noch kein "Notfall" zu sein. In der Nacht von Samstag/Sonntag hatten wir wenig Schlaf, da sie sehr unruhig war. Dann sind wir Sonntag zum Notdienst, die auch meinte, sie ist ja noch ganz gut drauf, nehmen sie den Termin am Montag morgen wahr.

Am Montag ging es zur Kleintierklinik Oldenburg, Motte war trotz dicken Bauch recht gut drauf. Es folgten viele, viele Untersuchungen, Blutuntersuchung, mehrere Ultraschalls, Röntgen, alles ohne Narkose und alle sagten nur, was für ein toller Hund...

Ich musste sie für weitere Untersuchungen leider da lassen und es folgte wenig später der erste schreckliche Anruf. Sie hat einen 13cm großen Tumor, und sie hatte 4 Liter Blut/Flüssigkeit im Bauch, alles nicht gut. Ich solle nachdenken, sie zu erlösen...

Nachdem ich eine Stunde geweint hatte, hatte ich nochmal mit der Klinik telefoniert, was es für eventuelle Optionen gibt. Wir machten ein CT, um zu schauen, ob Leber/Lunge betroffen sind. Die Chancen standen für eine OP 50:50 und mein Sohn und ich entschieden uns dafür, wenn es etwas Hoffnung gibt, müssen wir es versuchen. Die OP am Dienstag morgen verlief recht gut, Tumor entfernt, Milz musste raus, Flüssigkeit abgesaugt... ein großer Eingriff. Sie hatte die kommenden 24 Stunden gut geschafft und alle waren positiv gestimmt. Ich bekam Mittwoch Mittag den Anruf, wenn alles so weiter verläuft, können sie Motte Do-Abend oder Freitag wieder bekommen. Wir waren sooooo glücklich!

Aber leider ging mein Telefon am Bett am Donnerstagmorgen und man sagte mir, dass sie verstorben ist, es war wohl doch zu viel und unsere Welt brach zusammen...

Ich habe alles versucht, auch die hohen Kosten nicht gescheut, was für mich als allein erziehende Witwe auch nicht einfach ist. Das schlimmste für mich, dass ich nicht bei ihr war, wie sie gehen musste und ich mich nicht verabschieden konnte, aber ich weiß, dass mein Hund wusste, wie sehr ich ihn liebe. Und ich werde sie, genau wie mein Sohn auch, immer im Herzen tragen. Uns hat etwas ganz besonderes verbunden.

Vielleicht schaffe ich es nochmal, eine Boxerseele glücklich zu machen, aber es braucht etwas Zeit.

Tieftraurige Grüße,
Monika Groenewold


 
 
 
 
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