Barfen - aber richtig! - Boxer Nothilfe Deutschland e.V.

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Barfen - aber richtig!

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Die Anzahl der in den Tierarztpraxen vorgestellten Hunde mit Mangelerscheinungen bedingt durch Ernährungsfehler und daraus resultierenden Erkrankungen – vorrangig Niereninsuffizienz - nimmt lt. jüngster Publikationen in der Fachpresse für Tierärzte deutlich zu. Wir wollen hier nicht diskutieren, ob Rohfütterung Sinn macht oder nicht und aus welchen Gründen, Hundehalter ihre Tiere mit Rohfleisch füttern. Uns geht es um die Gesunderhaltung unserer Hunde durch eine gewissenhafte Fütterung.

Hundehalter, die ihren Hund barfen oder barfen wollen, müssen sich darüber im klaren sein, dass diese Art der Fütterung wesentlich aufwendiger, verantwortungsvoller und letztlich auch teurer ist als das Füttern von Fertigfutter.


In der einschlägigen Barf-Literatur oder in den Internetportalen findet man sehr oft die Empfehlung, 80 % rohes Fleisch und 20 % rohes Gemüse zu füttern. Diese Angaben sind eine „Empfehlung“ und basieren nicht auf wissenschaftlich fundierten Untersuchungen. Diese Autoren übernehmen für ihre Aussagen auch keine Verantwortung oder stehen in der Haftung, wenn diese Fütterung zu Erkrankungen des Hundes führt. Daher steht jeder Hundehalter selbst in der Pflicht, sich objektiv und gewissenhaft über die Vor- und Nachteile wie auch Risiken zu informieren.

Rohes Gemüse – auch zerkleinert – ist für den Hund unverdaulich und die darin enthaltenen Nährstoffe auch Vitamine werden fast vollständig wieder ausgeschieden. Der hohe Fleischanteil von 80 % ist für die Verdauungsorgane des Hundes ein ständiger Kraftakt. Die exorbitant hohen Eiweisswerte führen langfristig zwangsläufig zu gesundheitlichen Schäden. Hier überwiegend zur Erkrankung der Nieren (Niereninsuffizienz).

Eine schleichende Erkrankung, die nicht heilbar ist mit sehr schlechter Prognose.

Um gesundheitliche Schäden für den Hund zu vermeiden, sollte die Umstellung auf Rohfütterung sehr ernsthaft überdacht werden, da es im Markt inzwischen viele seriöse Anbieter gibt, die Fertigfutter ökologisch und aus nachhaltigem Anbau produzieren und langfristige Untersuchungen dem Produkt zugrunde liegen.

Wenn Rohfleischfütterung praktiziert werden soll, so müssen wir dringend von selbst zusammen gestellten Tagesrationen – auch unter Zugrundelegung der in den Portalen gemachten Empfehlungen - dringend abraten.

Gut gemeint – ist noch lange nicht gut gemacht!

Der genaue Tagesbedarf des Hundes inkl. aller erforderlichen Zusatzstoffe muss individuell ermittelt werden. Das kann weder der Laie/Hundehalter noch der „normale“ Tierarzt, sondern es ist nötig, die Rationen von einem Ernährungsberater errechnen zu lassen.

Ernährungsberater sind zu finden in grösseren Tierarztpraxen (Tierärzte mit der Zusatzqualifikation Ernährungsberatung) oder Kliniken wie auch an den Tierärztlichen Hochschulen.

Für die Ermittlung der Tagesrationen spielen u.a. die Rasse des Hundes, das Alter, der Gesundheitszustand bzw. Krankheiten eine wichtige Rolle. Die ermittelte Zusammensetzung ist jetzt nicht bis zum Lebensende des Hundes verbindlich, sondern muss immer wieder der veränderten Lebens- bzw. Alterssituation angepasst werden. Ein Junghund hat völlig andere Ernährungsbedürfnisse als ein ausgewachsener oder alter Hund.

Nur so können Sie sicher sein, dass Ihr Hund ausgewogen und zum Wohle seiner Gesundheit ernährt wird.

Zur Kontrolle der Gesunderhaltung ist es unbedingt wichtig und muss zwingend beachtet werden, dass bei einem gebarften Hund alle 6 Monate ein Blutbild vom Tierarzt erstellt werden sollte.

Erst, wenn Sie all diese Grundvoraussetzungen berücksichtigen, können Sie davon ausgehen, dass Ihr Hund auch mit Rohfütterung gesund ernährt wird !

Ute Laue
1.Vorsitzende
Boxer Nothilfe
Deutschland e.V.

Hinweis:

Warum Ernährungsberatung?
Eine alleinige Fütterung mit Fertigfutter ist keine gute Lösung, denn sie dient ausschließlich der eigenen Bequemlichkeit. Barfen ist nicht nur keine gute Lösung, sondern ob über kurz oder in jedem Fall über einen längeren Zeitraum sowohl für gesunde Hunde jedoch insbesondere für bereits erkrankte Hunde ein ernst zu nehmendes häufig gesundheitsschädigendes Problem. Beim Barfen werden alle Hunde ungeachtet der Rasse und des Alters losgelöst vom jeweiligen Krankheitsbild grundsätzlich mit einem permanentem zuviel an Eiweiß und Phosphor überfüttert in Form von Unmengen an Fleisch und eiweißreichen und phosphorreichen Getreidesorten. Auch die Tatsache, dass das Phytin im Getreide die Resorption Calcium, Magnesium, Zink und Eisen erheblich beeinträchtigt spielt für die „Barf-Experten“ keine Rolle.

mehr hier: www.futterschuessel-fuer-den-hund.de/html/warum_ernahrungsberatung.html



 
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